Als ich die Tage einen Akku laden wollte hatte ich keine Lust das große Ladegerät zu holen. Stattdessen dachte ich „Ach, das kleine von den FPV-Drohnen reicht ja auch, das kann ja 3S.“ Ich dachte nicht das daraus ein kurzer Beitrag für diese Seite werden könnte…

Moderne Akkus für Modellbaufahr- und Flugzeuge sind in der Regel LiPo-Batterien (Lithium-Polymer). Eine einzelne LiPo-Zelle hat üblicherweise eine Spannung von 3,7V (geladen werden die Zellen oft bis knapp über 4V). Diese Zellen darf man aber auch nicht zu weit entladen, da die Chemie im Inneren dann dauerhaft beschädigt werden kann und der Akku dan defekt ist, ein guter Richtwert liegt bei minimal 3,2V. Wenn man einen Akku längere Zeit nicht benötigt, sollte man ihn auch auf eine „Lagerspannung“ entladen. Wenn man Langeweile hat kann man in einem Modellbauforum mal nach dem richtigen Umgang mit LiPo-Akkus fragen – Da werden viele Meinungen und Beiträge kommen. Oder wenn man ein richtiger Rebell ist kann man einfach mal in so einem Forum schreiben, dass man die Akkus immer komplett leer fährt und dann ohne Balancing auf die Nennspannung lädt. Das ist in etwa so, als wenn man in einem Mami-Forum fragt, wie viel RedBull am Tag für zweijährige aktzeptabel ist.
Im Modellbau werden die einzelnen Zellen meist in Reihe (Spannung der Zellen addiert sich) oder parallel (maximale Stromentnahme addiert sich) oder eine Kombination aus beidem verschaltet.
Also 2 Zellen die 2 Ampere in Reihe (2S, S für Seriell) ergeben eine Spannugn von 2×3,7V= 7,4V und eine Stromentnahme von 2A. Die gleichen zwei Zellen parallel (2P, P für parallel) angeschlossen ergeben dann 3,7V aber mit einer 4 Ampere Stromstärke. Je nach Anforderungen werden die LiPo-Zellen dann eben verschalten.
Das tolle an Akkus ist, dass man sie wieder aufladen kann und bei Akkus mit mehreren Zellen muss man darauf achten, dass alle Zellen in etwa gleich stark geladen sind. das nennt man Balancing. Es sollte also nicht bei einem Mehrzellenakku einfach die Nennspannung des kompletten Akkus an den + und – Anschluss angelegt werden. Da sich die Zellspannungen addieren kann es dazu kommen, dass Zelle 1 nur auf 3,3V lädt und Zelle 2 dafür auf 4,1V – Das sind zwar wieder 7,4V und man merkt am Anfang erst mal nichts, aber mit der Zeit geht einem der Akku dann kaputt. Deshalb haben die meisten Akkus einen kleinen Anschluss, bei dem die Kontakte von jeder Zelle einzeln nach aussen geführt sind um diese Ein gutes Ladegerät (wobei in dem Fall ist das „gut“ eher fragwürdig) kann beim Laden den mehrpoligen Anschluss nutzen und dadurch die Zellen exakt gleich laden.
Mist – die Einleitung wurde länger als geplant, aber jetzt wisst ihr bescheid.
Bei meinem Netzteil ist bei einem 3S-Akku. (Wir erinnern uns – 3S -> 3 Zellen in Reihe also 11,1V) ein Kondensator vom Anschluss der 3. Zelle kaputt gegangen.


Eigentlich hatte ich wenig Hoffnung und auch wenig Motivation das Teil zu reparieren, aber als ich gesehen habe, dass es verschraubt und nicht verklebt war habich mal reingeschaut und direkt den defekten Kondensator entdeckt. Gerade in Billiggeräten werden iblligste Kondensatoren verbaut und die machen dann gerne mal die Grätsche. Kaputte Kondensatoren riechen auch wirklcih unangenehm.


Der Kondensator hatte eine Kapazität von 470uF und eine maximale Spannung von 10V. Der neue hat die gleiche Kapazität, aber verträgt 50V Spannung, was etwsa overkill ist, aber ich hatte keinen mit einer kleineren Nennspannung und der Kapazität.

Die Platine hab ich dann wieder in das Gehäuse gepack, alles zugeschraubt und getestet. Der Test verlief erwartungsgemäß positiv und das Ladegerät lädt wieder.