20181026
Mein alter Arcadomat ist ja bekannt. Das Teil ist auch cool und hat schon einige Stunden Spass bereitet. Aber das Gehäuse hat mir zwar auf eine Art gefallen, aber es war zugegebenermaßen etwas stümperhaft zusammen gefriemelt, weil ich damals endlich fertig werden wollte und auch dank meiner künstlerrischen Unbegabtheit schlecht lackiert.
Auf die Hardware geh ich deshalb hier wenig ein, nur soviel, dass ich kabellose Controller von 8bitDo verwende, statt der billigen CSL-Teile – der Rest steht alles im alten Thread. Bei der Software hat sich mittlerweile etwas getan, so dass Retropie nicht mehr der alleinige Platzhirsch im Emulatorbereich ist. Dazu aber später mehr.
Ich will eine neues Gehäuse und zwar ein optisch ansprechendes und zugleich etwas kleineres als das bisherige. Um Holz zu schneiden hab ich ja nen Lasercutter. Damit sollte das doch gehen und es wird schon irgendwo Vorlagen geben. Die Idee hatten schon einige, und man findet auch ein paar Sachen:

Hier z.B. gibt es ein komplettes Teile-Kit: http://www.retrobuiltgames.com/the-build-page/porta-pi-arcade-kit/
So etwas in der Art schwebte mir vor. Die rücken ihre Dateien aber nicht raus  – bis auf ein einfacheres, unschönes Modell und haben nur ein 7″-Display verbaut, was auch wieder Aufwand bedeutet, weil ich ja mein 10,1″-Dipslay einbauen will. Mir gefällt auch das gesteckte, helle Holz mit den gelasertern Rändern sehr gut. Allerdings hab ich ja schon ein Display da, welches ohne große Änderungen in die eventuelle Vorlage passen sollte. Weiterhin kann mein Laser nur ca 22x32cm lasern. Die Pappelsperrholzplatten, die ich verwenden möchte, aus dem Hornbach sind auch nur 20x30cm groß, also etwas über DinA4-Format. Kurz gesagt: ich fand nix passendes und musste wohl oder übel selbst entwerfen. Also hab ich meine Anforderungen mal zusammengefasst:

– vorhandenes 10,1″-Display weiterverwenden
– Holzplatten mit meinem Laser schneiden
– kein Gehäuseteil darf größer sein als DinA4
– Doppel-USB-Anschluss hinten am Gerät, da kabellose Controller verwendet werden sollen.
– Gehäuseteile sollen leicht modifizierbar sein um andere Displays, Lüfter, Anschlüsse realisieren zu können.
Um eine Vorstellung von den tatsächlichen Abmaßen zu bekommen hab ich aus Wellpappe und Klebeband einen Prototypen quasi freihand entworfen um mich bei der Größe und den Maßen in der endgültigen Zeichnung daran zu orientieren.
Nachdem ich den Pappkarton-Prototyp digitalisiert hatte hab ich auch mal direkt ein Teil davon gelasert.

Erste Tests hab ich auf normales Papier gelasert um zu sehen ob das von der Größe her auch so hinhaut wie ich mir das vorstelle und war zufrieden.

Da ich beim Thema CAD immer noch „Entwicklungsbedarf“ habe, dauerte es etwas, bis ich die Verbindungen eingefügt hatte. Die Grundform ist in 5 Minuten zusammengeklickt, aber die Zapfen und Nuten dauern gefühlt ewig, vor allem wenn man nicht möchte dass Teile überstehen oder so.
Nachdem ich die ersten Teile gelasert hatte bemerkte ich, dass mein Holz 4mm dick ist, anstatt der angenommenen 3mm. Ein Blick auf die Packung des Holzes hätte vorher darüber informiert. Also nochmal ans CAD und jede Nut und jeden Zapfen noch mal anpassen, hurra.

Aber man lernt ja bei sowas immer etwas.
Hier mal ein Video vom Schneiden der Teile – um das 4mm dicke Holz durchzulasern braucht mein Plotter ca. 10 Durchgänge bei 300mm/min, somit ist jedes Gehäuseteil in unter einer Stunde gefertigt. auf dem Video erkennt man auch gut, wie das orange Plexiglas die Laserstrahlung blockt und somit das Auge etwas vor dem direkten Strahl schützt.

Weitere Teile sind fertig gelasert:

Kurze „Anprobe“:

Die restlichen Teile laser ich die Tage auch noch und dann werde ich sie zusammenstecken und mit kurzen Holzleisten innen verleimen. Das Frontteil muss ich auch noch mal machen, da mir eine Strebe der Lautsprecherabdeckung rausgebrochen ist.

Noch mal ein paar Teile mehr gelasert:

Hier muss ich aber erst mal etwas Pause machen, da der Laser in ein Gehäuse kommt (siehe oben).

20181216

Der Laser hat nun ein Gehäuse mit Absaugung, also kann es hier auch weiter gehen.
Zunächst wurden alle fehlenden Teile noch gelasert und verleimt. Die Service-Klappe hinten wurde mit Scharnieren befestigt und wird von einem Magneten zu gehalten. Da ich ja zwei 3D-Drucker habe, musste ich auch etwas aus Kunststoff am Gehäuse unterbringen. Die Füsse und der Knopf an der Serviceklappe sind aus transluzentem grünem PETG gedruckt.

Das Display habe ich sauber ausgerichtet und die Position markiert, dann kleine Reststücke vom Pappelsperrholz so an den Rahmen geleimt, dass es mittig sitzt. Um das Display vorne zu halten, wurde ein weiterer Holzstreifen von hinten mit dem Frontrahmen verleimt. Die Elektronik fällt auch etwas schlanker aus, als noch im ersten Modell. Statt eines fetten PC-Netzteils kommt jetzt nur noch ein Steckernetzteil mit 12V Ausgangsspannung zum Einsatz. Die 12V benötigt das Display. Der Raspberry und die Aktivboxen laufen mit 5V, die mit einem kleinem Stepdown-Regler erzeugt werden. Den Display-Controller und den Raspberry hab ich zusammen auf ein Brettchen geschraubt, so dass ein kompaktes Platinensandwich wenig Platz im Gehäuse einnimmt.

Momentan verwende ich noch das interne Bluetooth-Modul des Raspberrys, das hat aber minimales Input-Lag. Angeblich ist das Input-Lag mit einem BT-USB-Dongle dann weg, das Teil liegt schon bereit und muss noch konfiguriert werden. Um die Controller automatisch Bluetooth zu verbinden ist unter Linux (Raspian) etwas Handarbeit notwendig. Man muss die Vertrauenseinstellungen händisch eintragen usw.. Eine externe USB-Buchse liegt auch schon in der Packstation und wird noch in die runde Öffnung an der Rückseite montiert. Der verbaute Lüfter ist von Noctua und wird mit 5V versorgt, damit ist er sehr leise und schaufelt genug Luft durchs Gehäuse.

Als Software benutze ich nicht mehr Retropie, wie noch im Vorgänger, sondern Lakka (www.lakka.tv). Lakka ist direkt von den Retroarch-Machern (Retroarch ist der Teil der Software, der die ganzen Eingabegeräte etc. für die unterschiedlichen Emulatoren verwaltet) und hat eine Oberfläche die stark an das Menü der Playstation 3 angelehnt ist.
Der neue gefällt mir nun endlich wesentlich besser als der alte Arcadeomat. Das ganze Teil ist wesentlich leichter und trotzdem stabiler. Auch die entschlackte Elektronik (der HDMI-Soundsplitter ist auch nicht mehr nötig) ist sauberer verbaut und somit hoffentlich weniger störanfällig. Den Griff habe ich noch in der Kruschtlkiste gefunden und direkt montiert.
Wer das Teil nachbauen möchte, hier gibt es die Vektordaten für den Laserschnitt: https://www.thingiverse.com/thing:3287810

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