3D-Drucker netzwerkfähig machen

(März 2016) So ein Ausdruck auf dem 3D-Drucker dauert, je nach Größe, recht lange – hatte schon Drucke, die weit über 30 Stunden gelaufen sind. Während dieser Zeit ist der Rechner, an dem der Drucker hängt damit beschäftigt die Befehle in G-Code (Maschinensprache) über einen USB-Seriell-Wandler zu schicken. Wenn da was schief läuft, ist der Druck im Eimer, was Zeit, Material und Ärger bedeutet. Es reicht teilweise schon aus, wenn man einen USB-Stick anstöpselt um kurzzeitig einen Fehler oder eine kurze Verzögerung auf den USB-Controller zu bringen.
Deshalb hat eine findige Studentin Octoprint für den Raspberry entwickelt. Eine Software, die sich per Webfrontend bedienen lässt und somit autark vom PC läuft. Man kann den G-Code im Webfrontend hochladen und ausführen lassen. Auch manuelle Steuerung ist möglich. Als weiteres Gimmick kann man eine Webcam anstöpseln und erhält zu jedem Ausdruck ein Zeitraffervideo. So sieht die Weboberfläche aus. Ein Raspian (Debian für den Raspberry) bildet den Unterbau:

Ich wollte aber kein Extra-Gehäuse oder gar ein unnötiges Kabel rumliegen haben, da ich eh schon platztechnisch eingeschränkt bin. Ich kenne den mechanischen Aufbau und die Elektronik des NEOs mittlerweile recht gut und hab daher eine schicke Lösung gefunden. Der Drucker wird von einem Notebooknetzteil mit 20V versorgt. Nach dem Anschluss ist die Spannungsversorgungsplatine, die auch 3 mal 12V auf normalen PC-Lüftersteckern bereit stellt. 12V sind aber zu viel für den Raspberry. Um auf die benötigten 5V zu kommen, habe ich einen 7805 Festspannungsregler mit den entsprechenden Kondensatoren auf eine kleine Platine gelötet und am Gehäuse des Druckers verschraubt. Der Raspi mit Webcam brauchen zwischen 3 und 4 Watt, und der Spannungsregler kann gut ein Ampere ab ohne Schaden zu nehmen. (5V*1A=5W -> voll im sicheren Bereich)

Den Raspberry hab ich auch an der Gehäusewand montiert, was dann komplett so aussieht:

Nachdem die Abdeckung montiert ist sieht man von der Aktion nichts mehr und der Drucker ist von jedem Rechner aus dem Netzwerk ansprechbar. Aber noch wichtiger ist, dass ich den Rechner nutzen kann und keine Zwangspausen mehr einlegen muss.

Der Raspberry macht jetzt zu jedem Druck ein schönes Zeitraffervideo:

http://youtu.be/JKzpGo7EMV8

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